Die Ägypter gingen davon aus,
dass alles einen geordneten Anfang
haben muss. Und im ihrer
Kultur steht dafür ein Weltschöpfer,
der aus sich selber erstand.
Es gibt unterschiedliche Schöpfungsmythologien,
doch zur bekanntesten
und wohl auch abenteuerlichsten
gehört bestimmt
die der Stadt Heliopolis. Die dortigen Priester bauten ihre ganze
Geschichte auf den Glauben an
Re, den Sonnengott auf. Der Name
des aus sich selber entstandenen
Gottes änderte sich im
Laufe der Geschichte und der Regierungszeiten
der unterschiedlichen
Pharaonen und hieß auch
Atumoder Aton. Doch führen alle
Legenden immer wieder auf
den einen zurück.
Es heißt, er sei aus dem Urgewässer
entstanden und durch
seine große Schöpfungskraft
habe sich ein Ur-Hügel (Ben-Ben)
erhoben, der es Re ermöglichte,
das erste Land zu betreten.
Als Urvater der Götter und Menschen
erschuf er die Erde sowie
den Himmel, zeugte und gebar
seine eigenen Kinder.
Der Zeugungsakt wird auf unterschiedliche
Weise geschildert.
Doch gilt einheitlich, dass
er seine Kinder Shu, Gott des
Raumes zwischen Himmel, Erde
und Luft, sowie Tefnut, Göttin
des Wassers und der Feuchtigkeit,
aus seinen Körperflüssigkeiten
schuf.
Den Legenden aus Heliopolis
zufolge masturbierte Re und
vereinigte die heraustretende
Samenflüssigkeit mit seinem
eigenen Schatten. Shu gebar er,
indem er seinen Speichel ausspuckte
und Tefnut entstand
aus seinem Erbrochenen.
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Isis, die Göttin der Liebe, der Mutterschaft und der Zauberreiche
